Systembeschreibung
- Dachentwässerungssystem zum Schutz vor Außen- oder Kellerwand-Durchfeuchtung
- Dachentwässerungssystem bestehend aus Regenrinne, Zubehörteile und anschließendes Regenfallrohr
Zur Vermeidung von Außen- oder Kellerwand-Durchfeuchtungen sollte das über Dach ablaufende Regenwasser über ein Dachentwässerungssystem abgeführt werden. Dieses System besteht in der Regel aus Dachrinne und deren Zubehörteile, sowie dem anschließenden Regenfallrohr. Dieses leitet das Regenwasser in das öffentliche Entwässerungsnetz, einer Regenwassernutzungsanlage oder einer Versickerung durch Rigolen oder Mulden ein.
Grundsätzlich sollte eine Entwässerungsanlage gesamtplanerisch von der Regenwassereinzugsfläche über Rinnen und Abläufe, dem nach innen abgeführten Entwässerungssystem und dem Grundleitungen, bis hin zum Kanalanschluss betrachtet werden.
Dimensionierung
- Dachentwässerungssysteme müssen auf ausreichende Dimensionierung hin, hydraulisch berechnet werden.
- geltende EN Normen und Regelwerke sind unbedingt zu beachten:
SN EN 12 056-3
Schwerkrafttwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden, Teil 3 - Dachentwässerung, Planung und Bemessung
Richtlinie "Dachentwässerung, suissetec/2004
Wegleitung "Dachentwässerung" suissetec 2004
Fachinformationen der suissetec
Gegenüber der bislang gültigen pauschalen Rinnenberechnung, müssen vorgehängte wie auch innenliegende Dachentwässerungssysteme, seit 2004 anhand einer hydraulischen Berechnung auf ihre ausreichende Dimensionierung hin berechnet werden.
Vorgehängte Dachentwässerungssysteme werden aus wirtschaftlichen Gründen und zur Sicherstellung der Selbstreinigungsfähigkeit für ein mittleres Regenereignis bemessen. Für schweizerische Verhältnisse wird mit einer Regenspende von 0.03 l/s/m2 gerechnet. Je nach Region kann eine bis zu 25-50% höere Regenspende auftreten. Die Berechnungsregenspenden sind bei den örtlichen Behörden oder ersatzweise beim Wetterdienst zu erfragen.
In die hydraulische Berechnung fließen weiterhin die im Grundriss projizierte Niederschlagsfläche, und der Abflussbeiwert von Dachflächen ein, der die zeitliche Verzögerungen zwischen Regenwasserspende und tatsächlichem Abfluss berücksichtigt. Einflussfaktoren wie Rinnenlänge, Rinnenwinkel, Laubfangkörbe und Fallleitungsverziehungen die zur Reduzierung des Abflussvermögens führen können, sind ebenfalls in den genannten Normen und Regelwerken aufgeführt, und müssen in der Berechnung berücksichtigt werden.
Für die Bemessung von Dachentwässerungsanlagen, bietet suissetec mit der Wegleitung "Dachentwässerung" Bemessungsprogramme an, welche die Berechnungen vereinfachen.
Befestigung
- Befestigung der Rinne in speziell gefertigten Rinnenhalter
- Alternativ: RHEINZINK-Drehhaltersystem
- Verbindung der einzelnen Dachrinnenlängen durch Weichlöten oder Kleben
- Befestigung der Regenfallrohr mit Rohrschellen
- Alternativ: RHEINZINK-Universal
Die Befestigung der Dachrinnen erfolgt in speziell für diesen Zweck gefertigten Rinnenhaltern (nach DIN EN 1462). Diese werden ihrerseits entweder auf der Traufbohle, dem Sparren (ggf. auch seitlich) oder an der Wand befestigt.
Die Rinnenhalter müssen ausreichend groß dimensioniert werden, um den örtlichen Anforderungen zu entsprechen.
Eine Innovation zur herkömmlichen Befestigungstechnik stellt das RHEINZINK-Drehaltersystem (Beanspruchungsreihe 4 laut DIN 1462) dar. Die schnelle Montage einer Rinnenschiene, ersetzt das aufwendige Abschnüren der Rinnenhalter.
Regenfallrohre werden in der Regel mit herkömmlichen Rohrschellen an der Fassade befestigt, ohne die temperaturbedingte Längenänderung der Fallrohre zu beeinträchtigen. Hierbei kann der Abstand der Rohrschellen, je nach Nenngrösse bis zu 3,00 m betragen.
Der RHEINZINK-Universal-Fallrohrhalter steht den klassischen Rohrschellen mit einer annähernd unsichtbaren Erscheinung gegenüber.
Bewegungsausgleich
- je nach Nenngröße sind Bewegungsabstände einzubauen
Um die temperaturbedingte Längenänderung von RHEINZINK-Rinnen zu gewährleisten, gelten folgende maximale dilatationsfreie Längen: zwischen 2 Dehnungselemente 5 m; ab Enden und Gehrungen 2.5 m.
Von Ecken und Enden, also von Rinnenfestpunkten, ist der halbe dehnungsfreie Wert einzuhalten.
Besonders geeignet für die Bewegungsaufnahme sind die RHEINZINK-NEOPREN-Rinnendehnungsausgleicher, welche als vorgefertigte Bauelemente in der Wasserebene verlegt werden können.
Längsgefälle
- eine waagerechte Montage der Rinne ist möglich
Die geltende Norm SIA 232 empfiehlt ein Gefälle von 1bis 5 mm/m. Die neuen EN-Normen und Richtlinien suissetec basieren auf eine waagerechte Montage. Ein Selbstreinigungseffekt tritt bei waagrechten Rinnen nicht ein. Stehendes Wasser in den Rinnen kann Pfützen und Schmutzflecken bilden, führt aber zu keinem erkennbaren Nachteil und stellt keinen Mangel dar. Bei waagrecht verlegten Rinne müssen die Rinnengeomerie, die Einläufe und die Notüberläufe bedürfnissgerecht dimentionert sein.
Quergefälle
- ein Quergefälle der Rinne ist nicht notwendig
- Überhöhung des hinteren Dachrinnenrandes zwischen 8 mm - 20 mm
Ein Gefälle der Dachrinne quer zur Längsrichtung ist nicht erforderlich. Jedoch legt die DIN EN 612 exakte Maße für eine Überhöhung des hinteren Dachrinnenrandes fest, um bei Rückstau ein Eindringen des Wassers in die Dachkonstruktion vermeiden zu können.
Notüberlaufe
Notüberlaufe sind gemäss Wegleitung "Dachentwässerung" der suissetec zu bemessen